Sonntag, 28. Oktober 2012

Auswirkung des Lifestyles der Mütter auf ihre Kinder

Mütterliche körperliche Aktivität sowie die Ernährung des Säuglings haben eine Auswirkung auf Übergewicht der Kinder. Übergewicht kann als ein Übermaß an Fettgewebe definiert werden. Es geht nicht darum, dass Mütter Druck in Richtung einer größeren Schlankheit ausüben. Dadurch würde bei Kindern nur körperliche Unzufriedenheit ausgelöst werden und Essstörungen könnten sich entwickeln.[1] Das relative Risiko für ein übergewichtiges Kind zu einem übergewichtigen Erwachsenen zu werden, steigt mit dem Alter und korreliert direkt mit dem Schweregrad des Übergewichts. Je länger ein Kind übergewichtig ist, umso schwieriger wird der Weg zurück zum Normalgewicht. Bei übergewichtigen Kindern im Vorschulalter, werden 26 bis 41% im Erwachsenenalter fettleibig sein.[2] Übergewicht im Erwachsenenalter ist mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Hypercholesterinämie verbunden.


Einfluss des mütterlichen Lifestyles
Der mütterliche Lifestyle hat einen großen Einfluss auf die Gewichtszunahme des Säuglings im ersten Lebensjahr. Schlechte Ernährungsgewohnheiten und Bewegungsmangel der Mütter haben einen Einfluss auf die Kinder. Elterliches Übergewicht, die gemeinsame Umwelt und genetische Faktoren beeinflussen den BMI in der Kindheit. Das mütterliche Umfeld spielt dabei eine wichtige Rolle. In einer italienischen Studie befragte man übergewichtige Mütter zum ihrem Essverhalten. Übergewichtige Mütter mit übergewichtigen oder fettleibigen Kindern glauben oft nicht, dass ihr Kind übergewichtig ist. Nur 29% von ihnen glaubten, dass die Menge der Lebensmittel, die von ihrem Kind gegessen wurde übertrieben sei.[3]


Mom & Kids in Motion Blattgold Dr.Becker ®

Sport nach der Schwangerschaft
Nach dem Wochenbett kann eine Mutter ab dem 2. Monat postnatal mit einfachen Übungen beginnen. Nach der Schwangerschaft ist jedoch unbedingt ein Kurs zur Rückbildung empfohlen, bevor mit Sport begonnen wird. Bei der Rückbildung geht es nicht um die gute Figur, sondern um eine Kräftigung des Beckenbodens und des Bauches nach der Geburt. Bei einigen Frauen besteht zu diesem Zeitpunkt noch eine Rektusdiastase, d.h. ein Auseinanderstehen der geraden Bauchmuskeln. Bauchmuskelübungen sind zu dem Zeitpunkt noch nicht zu empfehlen, weil sie dem Zueinanderfinden der Bauchmuskeln abträglich sind.


Mutter mit Baby beim Sport Blattgold Dr.Becker ®

Mom & Kids in Motion
In Fitnessclubs werden inzwischen Kurse für Mütter mit Babys angeboten. Die Trainer für die Besonderheiten des Trainings nach der Schwangerschaft speziell geschult, achten auf die richtige Bewegungsausführung und geben Hinweise zu korrekten Ausführung. Die Mom & Kids Kurse machen den Babys riesig Spaß, wenn sie interaktiv in die Übungen eingebunden werden, um Mutti wieder in Form zu bringen. Die Babys lernen schon früh Spaß an Bewegung zu haben und die Mütter können als sportliches Vorbild für die Allerkleinsten fungieren.


Baby hat Spaß beim Mutter-Kind-Kurs Blattgold Dr.Becker ®

Toben statt Fernsehen
Beunruhigend ist die Tatsache, dass viele Kinder bereits in einem Alter von einem Jahr teilweise mehr als zwei Stunden pro Tag Fernsehen statt herumzutoben. Die verringert Aktivität durch das Sitzen vor dem Fernsehen für längere Zeit führt bereits in diesem Alter zu mehr Gewicht. In einer Studie mit Kindern im Vorschulalter, ist Fernsehkonsum von mehr als zwei Stunden pro Tag mit einem höheren Risiko für Übergewicht und Fettleibigkeit verbunden.

Sport vor der Schwangerschaft
Es ist bereits bekannt, dass Fettleibigkeit und Übergewicht der Mutter während der Schwangerschaft das Risiko von Fettleibigkeit bei Kindern verdoppelt. Schon die mütterliche Ernährung und körperliche Aktivität während der Schwangerschaft kann Auswirkungen auf das Risiko für Übergewicht bei den Nachkommen haben. Täglich 15 bis 30 Minuten spazieren gehen oder mit dem Fahrrad fahren kann bei Müttern während der Schwangerschaft vorteilhaft sein.

Stillen schützt vor Übergewicht
Aber auch die Art der Säuglingsernährung kann das Risiko von späterem Übergewicht beeinflussen. Insbesondere hat das Stillen eine schützende Rolle gegen die Entwicklung von Fettleibigkeit. Mehrere Studien legen nahe, dass Stillen eine schützende Rolle nicht nur gegen Allergien sonder auch bezogen auf das spätere Übergewicht Risiko hat. Dies kann auf die Zusammensetzung der Muttermilch zurückgeführt werden, die möglicherweise sättigender ist als künstliche Säuglingsmilch. Der höhere Eiweißgehalt der künstlichen Säuglingsmilch im Vergleich zu Muttermilch führt ebenfalls zu einem erhöhten Gewicht ohne Einfluss auf die Größe des Säuglings.

Mutter und Kind Lifestyle
Zusammenfassend wirken sich mindestens drei Faktoren des mütterlichen Lifestyle positiv auf das Gewicht des Kindes aus. Mütterliche körperliche Aktivität und das Stillen bewirken ein gesundes Körpergewicht des Säuglings und der Mutter. Die Dauer des Stillens kann einen entscheidenden Einfluss auf die Verringerung der Säuglingsgewichtszunahme und  frühen Fettleibigkeit haben. Empfehlenswert gegen Übergewicht ist außer Sport und Stillen natürlich ein gesundes Essverhalten der Mutter und der Umgebung des Kindes.[4]






Quellen:
[1] Essen Gewicht Disord. 2012 Jun; 17 (2): E116-27.
Körper Unzufriedenheit vorpubertären Mädchen wird durch ihre Beteiligung an ästhetischen Sportarten und durch persönliche Eigenschaften ihrer Mütter vorhergesagt.
Lombardo C, Battagliese G, Lucidi F, Frost RO.
[2] Bozzola M, Bozzola E, Abela S, Amato S.
Childhood obesity: know it to prevent it. Ig Sanita Pubbl. 2012 May-Jun;68(3):473-82.
[3] Bozzola M, Bozzola E, Abela S, Amato S.
Childhood obesity: know it to prevent it. Ig Sanita Pubbl. 2012 May-Jun;68(3):473-82.
[4] Chu L, Retnakaran R, Zinman B, Hanley AJ, Hamilton JK. Impact of maternal physical activity and infant feeding practices on infant weight gain and adiposity. Int J Endocrinol. 2012;2012:293821. doi: 10.1155/2012/293821. Epub 2012 Sep 26.

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