Sonntag, 26. April 2015

Kräuterbeet für den Kindergarten

Ein Kräuterbeet für den Kindergarten sieht schön aus und die Kinder können eine Menge dabei lernen. Es gibt Kräuter aus denen Tee hergestellt werden kann, Gewürzkräuter um Speisen schmackhafter zu machen und Arzneikräuter. Fast alle Kräuter haben einen ganz spezifischen Duft, z.B. Lavendel. Einige der Kräuter können von den Kindern selbst gesät werden, z.B. Ringelblume und Kapuzinerkresse. Andere Kräuter können von den Kinder als kleine Pflanzen gesetzt werden. 


Kräuterbeet im Kindergarten  Blattgold Dr.Becker ®

Nicht jedes Kraut ist jedoch robust genug, um so viel kindliche Liebe auszuhalten. Beispielsweise verträgt Lavendel es nicht, wenn er zu viel gegossen wird. Hier ein Bild von einer zuviel gegossenen Lavendelpflanze (im violetten Übertopf) aus einem Kräuterbeet im Kindergarten. Im Vordergrund ist Basilikum und Petersilie zu sehen.


Kräuterbeet im Kindergarten  Blattgold Dr.Becker ®

Die meisten Kräuter sind aber anspruchslos und gedeihen im Kindergarten gut. Dabei können die Kinder beobachten wie die Kräuter wachsen und sich im Laufe des Jahres verändern. Die Kräuter wachsen in die Höhe, tragen Blüten und anschließend bringen sie Samen hervor. Die Samen der Kräuter können im Folgejahr wieder selbst gesät werden. Minzen eignen sich dazu selbst Tee herzustellen und die Kräuter der Pizzafraktion (Oregano und Majoran) können Speisen verfeinern! Aus Ringelblume kann eine Salbe gegen "blaue Flecke" hergestellt werden. Der Lavendel kann zu duftenden Stäußchen gebunden den Kindergarten verschönern.

Beispiel für ein Kräuterbeet im Kindergarten:
Teepflanzen: marokkanische Minze, Zitronenverbene
Gewürzpflanzen: Majoran, Oregano, Petersilie, Dill
Arzneipflanzen: Lavendel

Folgende Kräuter wären auch passend für ein Kräuterbeet im Kindergarten. Alle genannten Pflanzen sind ungiftig!:
Schnittlauch
Borretsch

Das folgene Video stellt die Heilpflanze Thymian kurz vor:





Video Heilpflanze Pfefferminze: 



Die Pflanzenbeschreibungen sind zum Teil der Homepage der Demetergärtnerei www.lichtenborner-kraeuter.de entnommen und von mir noch etwas verändert worden. Ich empfehle für ein Kräuterbeet für den Kindergarten Kräuter aus Demeter Anbau, weil sie sehr wiederstandfähig und vor allem unbelastet sind.


Marokkanische Minze  Blattgold Dr.Becker ®

Marokkanische Minze (Mentha spicata var. crispa 'Marokko')
Diese Minze ist vor allem als Teeminze bekannt und beliebt wegen ihres erfrischend kühlem Aroma. Im nördlichen Afrika trinkt man sie traditionell pur oder gemischt mit Schwarztee. Marokkanische Minze möchte einen sonnigen Standort.
Es gibt unüberschaubar viele Minzen!
Sie werden in Gruppen unterteilt:
Krause Minzen
Beispiele: Marokkanische Minze, Türkische Minze und Persische Minze
Pfefferminzen
(Es bleibt dahingestellt, was Minzen mit Pfeffer zu tun haben mögen.)
Beispiele: Thüringische Minze (Multimentha), Mitcham-Minze, Black-Spearmint
Fruchtminzen
Beispiele: Apfelminze, Orangenminze, Ananasminze
Die Frucht- und Krausen Minzen bevorzugen in der Regel Sonne, die Pfefferminzen eher lichten Halbschatten.
Minzen sind selten zu klein, sie sind sehr wuchsfreudig. Vor der Bepflanzung einer Kräuterspirale mit Minze sei ausdrücklich gewarnt! Die Kontrolle über das schnelle Wurzelwachstum ist schnell verloren


Zitronenverbene  Blattgold Dr.Becker ®

Zitronenverbene (Lippia citriodora)
Nicht etwa aus Frankreich, sondern ursprünglich aus Paraguay stammend, wird die nicht ganz winterharte, aber völlig pflegeleichte Pflanze als Tee, zu Süßspeisen oder gut auch zu würzigen Speisen wie Reis oder Gemüse verwendet (anstatt Zitronengras). Es ist die zitronigste Kräuterpflanze schlechthin! Sie behält ihr sehr starkes Aroma auch noch nach dem Trocknen.
Küchentipp: "Zitronennudeln"
Nudeln kochen, Butter mit in Scheiben geschnittene Biozitronen kurz erhitzen. Zitronenverbene und/ oder Zitronenbasilikum kleingeschnitten auf die Portionen geben und untermischen.
Majoran (Majorana hortensis)
Entsprechend seiner Mittelmeerheimat möchte er sonnig, warm und trocken stehen, in einem Boden, der gut wasserdurchlässig ist. Von Juli bis September zeigen sich kleine weiße Blüten. Tee aus Majoran hilft bei leichten Magen-Darm-Beschwerden. Majoranbutter hilft bei Schnupfen, indem sie das Durchatmen erleichtert und die äußere Nase und die Nasenschleimhäute pflegt. Bei Majoranbutter handelt es sich um ein einfach selbst herstellbares, völlig natürliches Mittel, welches seit Generationen von Hebammen bei Schnupfen beim Baby empfohlen wird.
Küchentipp: "Majoran-Kartoffeln"
Kleine, halbierte Kartoffeln mit der Schnittfläche nach oben auf einem Backblech ca. 30 min backen. Für die Majoran-Kruste: Kraut mit gehackten Sonnenblumenkernen und etwas Schwarzkümmel mischen und die gewendeten Kartoffeln damit belegen, etwas Öl darüber geben und überbacken.

Oregano, Buschoregano (Origanum vulgare)
Südeuropa ist die Heimat von Oregano. Er hat sich in vielen europäischen Ländern ausgebreitet und wächst -seiner Herkunft entsprechend- am wärmsten Platz in ihrem Garten (Boden trocken und durchlässig). Buschoregano wird nur etwa 20 cm hoch, er blüht rosa.
Küchentipp: Oregano ist ein echtes Pizzagewürz. Natürlich können auch Tomaten, Käse und südländische Gemüse aufgewertet werden (mitkochen). Ausgezeichnet auch als Tee gegen Husten und als Hilfe bei Magen- Darmbeschwerden!

Dill (Anethum graveolens)
Er wurde früher in Bauerngärten unter Gurken gesät. Damit sind Sonne, Windschutz und ausreichend Feuchtigkeit gleichermaßen gewährleistet. Von August bis September ist Blütezeit und der Dill trägt gelbe Dolden.
Ein Tee aus Dillsamen oder Blüten mit Honig ist ein beruhigendes Einschlafmittel, hilft überdies bei Verdauungsstörungen.
Frisches Kraut wird traditionell als Gurkengewürz genommen, auch zur Abrundung von gemischten Salaten und von Fischgerichten. Dillöl ist Bestandteil einiger Kräuterliköre.

Petersilie, kraus (Petroselinum crispum)
In manchen Regionen ist die krause Petersilie beliebter, weil sie auf Speisen dekorativer wirkt, allerdings schmeckt sie weniger würzig.
Die Samen sind giftig!

Lavendel (Lavandula angustifolia)
Lavendel ist die Heilpflanze des Jahres 2008. Ausschlaggebend für diese Wahl war vor allem die nervenberuhigende Wirkung des Lavendels. Wilder Lavendel ist heute in ganz Europa heimisch geworden, beansprucht aber entsprechend seines Ursprungs in den Mittelmeerländern viel Sonne und einen trockenen, leicht kalkhaltigen Boden mit gutem Wasserabzug. Er blüht blau im Juli und August. Lavendelsäckchen vertreiben Kleidermotten und der Lavendel-Duft wirkt beruhigend.
Seine Verwendung ist vielfältig:
Küchentipp: In der Küche werden junge Blatttriebe als Würze zu Fisch, Geflügel und Saucen gegeben, z.B. Kräuter der Provence.
Als Tee zubereitet (Blüten) wirkt er beruhigend und ätherisches Öl von Lavendel hilft bei Verbrennungen der Haut und Unruhe.
Beruhigend ist auch ein Lavendelbad. Den Extrakt kann man selbst herstellen: 50g Blüten mit 1 l kochendem Wasser übergießen, 15 min ziehen lassen, absieben und dem Badewasser zugeben. Damit setzt man eine alte römische Gewohnheit fort und hat zugleich eine Erklärung für die Namensgebung: Das lateinische Wort "lavare" bedeutet waschen, weil es seit jeher für duftende Lavendelseife verwendet wird. Getrocknete Lavendelblüten werden als Duftsträuße in den Wäscheschrank gelegt oder für Duftpotpourris verwendet.
Tipp: Lavendel gilt als typischer Rosenbegleiter, der mit seinem Aroma Ameisen und Blattläuse fernhält.

Ringelblume (Calendula officinalis)
Diese Bauerngartenblume gedeiht unter fast allen Bedingungen, in sonniger Lage allerdings ist ihr Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten.
Küchentipp: In der Küche haben die Blütenblätter der Ringelblume und die jungen grünen Blätter ihren Platz in Salaten. Die gelben Blütenblätter können für raffinierte Kuchenrezepte verwendet werden.
Berühmt ist die Ringelblumensalbe für die Wundheilung, gegen Entzündungen und Quetschungen.
Tipp: Bereits seit Römerzeiten werden die äußeren Blütenblätter frisch oder getrocknet als Ersatz für Safran verwendet. Calendula-Safran hat zwar weniger Farbkraft als der echte, sorgt aber ebenso für goldgelbe Fleischsuppen oder Geflügelgerichte. Der Geschmack ist aromatisch und leicht bitter. Der ist es auch, der Schnecken fernhält.
Video von der Ringelblume:



Zitronenmelisse (Melissa officinalis)
Die Staude kommt aus dem Mittelmeergebiet zu uns. Sie blüht weiß von Juni bis August. Achten Sie auf genügend Platz, die Melisse wuchert stark. Sie ist deshalb nicht für die Kräuterspirale zu empfehlen. Das ausgeprägt nach Zitrone duftende ätherische Öl der Blätter wirkt krampflösend und beruhigend, vertreibt Kopfschmerzen und hilft bei Verdauungsbeschwerden.
Küchentipp: In der Kräuterküche nimmt man frische Blätter für Salate und Quark, für Süßspeisen aller Art und natürlich ergibt sie einen fabelhaften Tee.
Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
Beheimatet in Europas kühleren Zonen möchte Schnittlauch einen feuchten, nährstoffreichen, kalkhaltigen Boden. Sonne und Halbschatten verträgt er gleichermaßen. Von Mai bis Juni zeigen sich hübsche rötlich bis lilafarbene Scheindolden.
Küchentipp: Schnittlauch schmeckt frisch zu Rührei, Quark, Salat. Im Kartoffelsalat sind die essbaren Blüten ein optischer und geschmacklicher Zwiebelersatz. Hoher Vitamin C – Gehalt, harntreibend und antiarteriosklerotisch.
Tipp: Wenn Sie auf die Ernte verzichten oder nur einen Teil ernten, setzt Schnittlauch mit seinen schönen Blüten im Ziergarten attraktive Akzente, z.B. als Beeteinfassung.

Goldmohn (Eschscholzia californica)
Der Goldmohn hat mild krampflösende, beruhigende und schmerzstillende Eigenschaften. Goldmohn ist hilfreich zur Beruhigung und Schlafförderungund ist in der Kinderheilkunde eine wertvolle Arzneipflanze gegen Schlafstörungen beim Kind.
Video zu Goldmohn: 



Borretsch (Borago officinalis)
Borretschsamenöl (Boraginis officinalis oleum) enthält einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, insbesondere Gamma-Linolensäure. Es wird bei Hautkrankeiten, insbesondere dem atopischen Ekzem (Neurodermitis), eingesetzt. Die blauen Blüten sind essbar und es lässt sich Salat damit dekorieren.