Sonntag, 1. Mai 2016

Psychologische Gründe für Babymassage

Die enorme Bedeutung der frühen emotionalen Erlebnisse des Menschen im 1. und 2. Lebensjahr ist heute weitgehend anerkannt. Vor allem die Befriedigung der Abhängigkeits- und Zärtlickeitsbedürfnisse des Babys spielen eine zentrale Rolle.

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Selbst Mutter zu werden kann für manche Frauen schwierig sein und ein umdenken erfordern. Als Mutter muss die Frau selbst Schutz und Zuwendung anbieten, statt sie für sich zu verlangen. Außerdem verliert eine Frau mit der Mutterschaft einen Teil ihrer Unabhängigkeit, weil sie für das Kind sorgen muß. Die Babymassage kann einen Beitrag leisten mit der Abhängigkeitsthematik besser fertig zu werden und zu lernen dem eigenen Kind Zärtlichkeit und Aufmerksamkeit zu geben bis die "mütterlichen Qualitäten" zu einem Teil des Selbst der Mutter werden.

Ein "mütterliches Milieu" hat sehr viel zu tun mit körperlichem Kontakt, Hautzärtlichkeit und dem Erlebnis des Getragen-Werdens und Sich-Anklammerns, wie H.Harlow mit seinen Untersuchungen an Rhesusaffen nachweisen konnte. Dieser "Minimalkomfort" ist bereits bei Rhesusaffen für eine ungestörte Entwicklung erforderlich. Der Mensch braucht darüber hinaus Interesse, Angnommenwerden und emotionale Zuwendung.

Die "Organe primitiver Wahrnehmung" für den Säugling sind neben dem Mund in der frühen Entwicklung die Haut, das Labyrinth (Gleichgewichtsorgan) und die Hand. Das Erlebnis das man zärtlich zum Baby ist erfährt es über die Haut beim Drücken, Schmusen und Streicheln. Dies führt zu einem Grundgefühl bei dem kleinen Menschen, dass er jemand ist, den man lieb hat. Es wird also eine positive Basis für sein Selbstbild gelegt. Zudem entsteht ein positives Körperbild unter anderem durch den Beitrag der Stimulation der Haut, also der Körperoberfläche, verbunden mit einem positiven emotionalen Umfeld. Das Körperbild fällt anfangs mit dem Selbstbild völlig zusammen, das Kind kann nicht zwischen sich selbst und seinem Körper unterscheiden.

Das Video zeigt eine Babymassage:



Eine desinteressierte oder gar ablehnende Umwelt vermittelt dem Kind eine unzureichende Möglichkeit der Entwicklung eines stabilen Ich und Selbst. Auch die Erfahrung seines Körperbildes wird mangelhaft sein. Es kann seine Abgrenzung zur Umwelt, seine Haut, nicht lustvoll erfassen. Es lernt, psychologisch ausgedrückt, nicht gut zwischen sich und der Umwelt eine Grenze zu ziehen.

Je jünger das Kind ist, desto mehr sind körperliches und psychisches Gedeihen eins. Das abgelehnte Kind zeigt bereits früh im ersten Lebensjahr typische Ernährungsstörungen wie Dreimonatskoliken und andere Symptome wie Schlafstörungen oder übermäßiges Weinen.

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Aus: Hoffmann/ Hochapfel. Neurotische Störungen und psychosomatische Medizin. 8. Auflage. 2009. Schattauer.S.28 – 31.

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